Sonntag, 8. März 2015

DIE Strickjacke - der Kragen

ich habe für den Kragen direkt aus der Kante neu aufgenommen
etwa 1 Masche je 2 Reihen, also bewusst etwas knapp kalkuliert

der Kragen sollte kraus rechts gearbeitet werden,
geht also eher etwas in die Breite als Glattgestricktes oder gar Rippenmuster,
außerdem rechnete ich mit einer gewissen zusätzlichen Länge durch das Gewicht
kam auch super hin

also: 
die nicht abgeketten I-Cord-Maschen am Rand,
an der Vorderkante entlang aufnehmen,
die stillgelegten Maschen des Anfangs abstricken
die andere Vorderkante entlang aufnehmen
und noch einmal 3 Maschen aus dem I-Cord herauspulen

die letzten Meter des beerenfarbenen Garns 
habe ich in der 1. Reihe noch verwertet,
danach ggf. wechseln zur anderen Farbe

die I-Cord-Maschen habe ich als Randmaschen weitergeführt
(es sollte ja einen rundherum abgeschlossenen Rand ergeben)
in jeder Hinreihe 5x eine Masche zugenommen
(an den Raglannähten und in der hinteren Mitte)
und erst einmal 20 Reihen/10 Rippen kraus rechts


danach wird mit verkürzten Reihen weiter gearbeitet
dabei auch die Zunahmen in jeder Hinreihe weiter beachten!

in der hinteren Mitte habe ich begonnen, 
Zunahme (!), 5 Maschen rechts, wenden,
(eigentlich ist es jetzt egal, wie die Wendemasche gestrickt wird,
eventuelle Unregelmäßigkeiten verschwinden im Krausgestrick ...)
(selbst entstehende Löcher könnten möglicherweise hübsch aussehen)
10 Maschen re, wenden,

*die Zunahme in den Hinreihen nicht vergessen (!)
rechts stricken bis 5 Maschen hinter der Wendemasche, wenden*
*wiederholen*

so weiter arbeiten bis zum Ende der Ausschnittzunahmen
an den Seiten der Vorderteile:


korrekterweise müssten jetzt ein paar Reihen "über alles" folgen
und dann die verkürzten Reihen auch wieder spiegelbildlich
also *5 Maschen weniger, wenden* zurückgeführt werden

so viel Garn hatte ich aber nicht mehr

nach ein paar Reihen "über alles" war völlig klar, 
dass der erzielte Kragen absolut ausreichend
und als nächstes bereits der Abschluss fällig war


der Rüschenrand am Kragen entsteht durch eine Verdopplung der Maschenzahl
ich habe an dieser Stelle jeweils mit einem Umschlag zugenommen, 
den ich in der Rückreihe verschränkt abgestrickt habe, 
um Löcher zu vermeiden
noch einmal 2 (oder auch 4) Reihen über alles und mit I-Cord abketten

diese doppelte Maschenzahl plus I-Cord frisst enorm viel Material !!!
mehr als 50 g sind alleine darin noch einmal verschwunden
(guess why I know ...)

aber einen glatteren Abschluss hätte ich mir nun nicht mehr vorstellen mögen


diese Trageweise des Kragens ist schön kuschelig am Hals 
und wird mit einer Tuchnadel weit oben an der Schulter fixiert

je weiter nach unten die Nadel eingesteckt wird,
um so mehr fällt der Kragen über die Schultern auseinander


viel Spaß damit!
liebe Grüße dann - Anke

Mittwoch, 25. Februar 2015

DIE Strickjacke - Girlieschößchen

da hatte ich nun große Pläne mit meiner Jacke
einen Plan für einen tollen Schalkragen
und auch schönes und farblich passendes Garn dazu

und kam irgendwann an den Punkt, wo mir klar wurde:
einfach gerade weiter stricken, bis "Garn alle",
wie ich es eigentlich so sehr liebe,
das wird hier nix!

das wird zu viel!

jetzt hätte ich ja noch umplanen können,
so wie es bei der jetzt aktuellen herbstfarbenen Jacke wohl sein wird,
die Jacke an sich etwas kürzer und ganz gerade gehalten
und noch genug Rest behalten für ein ganz normales Revers

hmm, so wollte ich das eigentlich nicht ...
und eine komische Menge Restgarn behalten? - auch nicht!

also spontane Planänderung:
ich wollte mich sowieso ein wenig mehr "Girlie" kleiden,
hatte ich vor kurzem beschlossen,
Röcke und Tuniken in meinen Schrank aufnehmen,
warum also nicht das aktuelle Projekt zum Anlass nehmen
und ein wenig mehr Tüddeldü unterbringen?

um das erforderliche bisschen mehr an Schwung und Rüschen
zu erhalten, schaute ich mir Anleitungen an, 
die die sogenannte A-Linie vertreten, Tuniken z.B.
häufig sind hier Einsätze, die einfach mehr Weite vorgeben,
durch Zunahmen oder verkürzte Reihen erreicht

das ist ja weiter kein Problem, dachte ich mir...

ich habe mich dann für 4 Einsätze entschieden,
2 an den beiden Seitennähten und 2 über den Rücken verteilt
man könnte die 4 sicher auch gleichmäßig vorne und hinten 
oder insgesamt auf 6 "Nähte" positionieren
ich bin mit meiner Entscheidung aber ganz glücklich

ein klein wenig rechnen noch:
für die Rückenbreite war ich zu dem Zeitpunkt auf 150 Maschen
und habe wie folgt aufgeteilt:

- Maschen der Vorderteilhälfte
- Marker setzen an der "Seitennaht"
(hier hatte ich ja unter den Ärmeln abgenommen),
- 50 Maschen
- Marker setzen
- 50 Maschen
- Marker setzen
- 50 Maschen
- Marker setzen an der "Seitennaht"
- Maschen der anderen Vorderteilhälfte

ich habe dann wieder im Rhythmus entsprechend 
den Abnahmen an den Ärmeln, allerdings hier dann ja zugenommen
(bei mir beidseits des Markers 2 Zunahmen in jeder 4. Reihe)


diese Zunahmen habe ich fortgeführt bis zum Ende,
natürlich könnte man auch nur bis zu einer gewissen Maschenanzahl zunehmen 
und dann wieder gerade weiter stricken, wenn man das lieber mag
oder z.B. sehr früh (Höhe Beckenkamm) mit den Zunahmen begonnen hat

zum Schluss hatte ich 470 Maschen auf der Nadel
und habe die Jacke dann wie an den Ärmeln abgeschlossen:
11 Reihen kraus rechts (5 Rippen) mit einer eine Nummer 
dünneren Stricknadel und mit I-Cord abgekettet

die allerletzten 3 Maschen auf der Nadel behalten,
den Faden NICHT abschneiden!


Liebe Grüße dann erstmal wieder - Anke


Sonntag, 22. Februar 2015

DIE Strickjacke - unter den Ärmeln weiter

jetzt muss man ein wenig überlegen und sich entscheiden:

um die gewünschte, meiner eigenen 
Körperform entsprechende Jacke zu bekommen,
nehme ich die unter den Ärmeln hinzugefügten Maschen 
auch am Körperteil im gleichen Rhythmus wie an den Ärmeln ab
die entstehende Raute sieht dann so etwa aus:



Ich habe einen ordentlichen Busen 
und meine Hüftweite liegt deutlich unter meiner Oberweite
der Bauchumfang liegt irgendwo dazwischen

mit dieser Form der Taillierung (Abnahmen von oben)
komme ich bei Oberbekleidung für mich super zurecht
 zusätzlich arbeite ich bei Pullovern eine Art
"Brustabnäher" mit verkürzten Reihen
bzw. bei Jacken nehme ich am Ausschnitt 
etwas mehr Maschen auf als ich am Rückenteil habe

normalerweise stricke ich danach gerade 
bis zur gewünschten Länge
(diese spezielle Jacke ist ja ein bisschen länger 
und hat ein Schößchen, also Zunahmen angearbeitet, 
dazu komme ich dann noch)

auf diesem Foto sieht man die seitlichen Abnahmen ganz gut



wenn nun jemand andere Formen hat, wenig Oberweite 
oder mehr Bauch oder mehr Po oder nichts von alledem,
kann es natürlich sinnvoll sein, die Form der Kleidung daran anzupassen.
auch "große Größen" sind nicht überall gleich groß
und der große Vorteil selbstgemachter Kleidung ist ja gerade,
dass man hier maßschneidern kann
das ist nicht soooooo schwierig

bei weniger Oberweite wird es vielleicht hübscher sein, 
die zusätzlichen Maschen unter den Ärmeln einfach zu belassen,
für mehr Bauch- oder Hüftumfang würde ich den geraden Teil einkürzen
und mit den Zunahmen für die Schößchen früher beginnen

anprobieren und den Spiegel befragen!
(oder natürlich die Person des besonderen Vertrauens)

hier noch einmal von vorne:


man sieht, wie die beiden Vorderteile ein wenig überlappen,
schon ohne den zusätzlichen Besatz/Kragen
außerdem, dass der Ausschnitt, der später durch den Kragen aufgefüllt wird,
eigentlich erst unterhalb der Brusthöhe endet

ich habe also unterhalb der Ärmel 
die aufgenommenen Maschen im Ärmelrhythmus wieder abgenommen
und gleichzeitig die Ausschnittzunahmen weiter fortgeführt,
bis mir das Bild im Spiegel zusagte
und dann bis etwa Hüfthöhe gerade gestrickt

wie gesagt, um einen runderen Po hübsch zu umrahmen,
vielleicht auch nur bis zum Beckenkamm ...


meine herbstfarbene Jacke ist übrigens inzwischen so weit:


ich werde vermutlich nicht genug Material haben
für die längere Variante mit den Schößchen
und auch noch keine richtig tolle Idee,
welches Garn ich für den Krageneinsatz verwenden könnte

ich glaube beinahe, diese Jacke will kürzer werden
und ein ganz einfaches Revers bekommen

soviel also zum Teststrick...
schön und dick und kuschelig ist sie aber allemal !!!

liebe Grüße - Anke

Mittwoch, 11. Februar 2015

DIE Strickjacke - Ärmel fertigstellen

eben schon erklärt - ich stricke die Ärmel als nächstes
dazu gehört erst einmal ein wenig Rechnen und das geht so:

ich probiere mit dem bis hierher fertigen Gestrick aus, 
wie viele Maschen am Handgelenk übrig bleiben müssen:
ca. 50 Maschen



nach dem Aufteilen habe ich für den Ärmel 130 Maschen auf der Nadel, 
ich muss also 80 Maschen über die Ärmellänge verteilt abnehmen

die gewünschte Ärmellänge selbst messe ich an einem passenden Teil
(sowas bekomme ich nie und nimmer gekauft, ich habe laaaange Arme!)
oder von der Achsel bis zum Handgelenk:
ca. 50 cm

außerdem überprüfe ich noch einmal sehr kritisch an dem bereits fertigen Stück 
meine Maschenprobe, also wie viele Reihen diese 50 cm ausmachen werden
und komme auf etwa 160 Reihen

na, das passt ja wunderbar:
80 Maschen weniger in 160 Reihen
das ist eine Abnahme in jeder 2. Reihe/Runde

oder, weil ich gerne beidseits einer Mittelmasche abnehme,
je 2 Abnahmen in jeder 4. Reihe/Runde

für kürzere Ärmel, z.B. 40 cm / also 128 Reihen,
würde ich je 2 Abnahmen in jeder 3. Reihe/Runde empfehlen
und ebenso anpassen, wenn eine andere Maschenzahl 
zu Beginn vorhanden ist oder am Handgelenk übrig bleiben soll

ich persönlich stricke ausgesprochen gerne in Runden, 
so dass ich für die Ärmel immer kürzere Rundstricknadeln habe 
und zuletzt auf ein Nadelspiel wechsle
im Prinzip könnte man aber auch in Reihen hin und her stricken

mit einem kontrastfarbenem Faden markiere ich mir die Reihen, 
in denen ich die Abnahmen arbeite, um das Zählen zu erleichtern


zum Ärmelabschluss kontrolliere ich noch einmal durch anprobieren
gefällt mir die Länge? gefällt mir die Weite?
kann / muss ich etwas ändern?

den eigentlichen Abschluss arbeite ich immer 
10 Reihen kraus rechts (also 5 Rippchen)
mit einer eine Nummer dünneren Stricknadel
gestrickt und mit I-Cord abgekettet,
jedes andere Bündchen ist sicher ebenso hübsch ...



in diesem Post fehlen definitiv ein paar Fotos,
ich hoffe, man kann dennoch verstehen, was jeweils gemeint ist
Fotos kann ich frühestens am WE machen und einfügen,
bitte Daumen drücken für taugliches Wetter / Licht!

und nun ist es auch erst einmal genug für heute
und auch erst einmal genug zum Stricken
ich melde mich wieder

liebe Grüße - Anke

- Edith hat noch mal die Fotos nachgereicht -

DIE Strickjacke - Ärmel abteilen

oje, oje, wieder verbummelt...
eigentlich sollte ich mich wohl bedanken für's hartnäckige trietzen
hmm

dann mal eben schnell ein paar Infos hingeschmissen,
damit du / ihr weiter arbeiten kannst / könnt,
am nächsten WE habe ich ein wenig mehr Zeit 
und auch das Wetter hat sich ganz ordentlich angekündigt
(damit es nämlich auch ein paar Fotos geben kann ...)

die "schnellen Infos" beziehen sich alle auf meine Jacke,
wie ich sie selbst gestrickt habe,
die Umrechnungen für andere Größen / Maschenproben
sowie Hintergründe und Überlegungen, wie ich sie bis hierher 
ja auch immer mitgeteilt habe, werden dann nachgereicht
 ich hoffe, damit ist trotzdem erst einmal geholfen ...

meine Jacke ist bei einer Raglanlinie von 30 cm Länge
angekommen bei folgenden Maschenzahlen:

75 Maschen Vorderteil
1 Raglan- / linke Masche
109 Maschen Ärmel
1 Raglan- / linke Masche
149 Maschen Rücken
1 Raglan- / linke Masche
109 Maschen Ärmel
1 Raglan- / linke Masche
75 Maschen Vorderteil

ich fand es ausgesprochen nett, dass die linke Masche der Raglanschräge 
sich so wunderbar in das Muster einfügt ...

diese Maschenangaben gelten natürlich nur für meine 
Größe / Passform / Maschenprobe / Strickweise,
also möglicherweise entsprechend anpassen !!!
(und im Zweifel vor dem Spiegel probetragen!)

unter den Achseln habe ich für mehr Bewegungsfreiheit und Passform
einige zusätzliche Maschen mit dem Magic Cast On neu aufgenommen,
jeweils für Ärmel und Körperteil 21 Maschen
die genaue Zahl hat sich eigentlich durch die Musterung so ergeben,
sie sollte aber nicht mehr als 1/4 der Ärmelmaschenanzahl betragen

in der 1. Reihe nach dem Anschlag habe ich dann,
um Löcher dort unter den Achseln zu verhindern,
die bisherige Raglanmasche jeweils mit der ersten und der letzten  Masche
des Neuanschlags zusammen gestrickt

nun also die Reihe mit den Aufteilungen in präzise:

- die Maschen des Vorderteils stricken
- mit einer zweiten Nadel die Maschen des Ärmels stricken
- ein neues Knäuel dazu nehmen
- die Maschen unter den Achseln neu aufnehmen (mit 2 Fäden)
- einen der Fäden frei hängen lassen
- die Ärmelmaschen stricken 
- die bisherige Raglanmasche (hinten) mit der ersten des Neuanschlags zusammenstricken
- die Maschen des Neuanschlags stricken
- die bisherige Raglanmasche (vorne) mit der letzten des Neuanschlags zusammenstricken
- den Ärmel weiter stricken

man kann nun auf verschiedene Weise weiter machen:

entweder zunächst die angefangene Reihe vervollständigen, 
über den Rücken und den zweiten Ärmel ebenso abteilen,
dann über das Vorderteil die Reihe beenden
sinnvoll wäre es, dann auch die Rückreihe gleich anzuschließen,
dabei wieder die bisherigen Raglanmaschen jeweils mit 
der ersten und letzten Masche des Neuanschlags zusammenstricken

man könnte dann mit dem Körperteil weiter arbeiten,
müsste aber die Nadeln und Knäuel der abgeteilten Ärmel
halt die ganze Zeit mitführen

oder ...
so mache ich es ...
- den ersten Ärmel ganz fertig stricken
- dann erst wie beschrieben den zweiten Ärmel abteilen
- den zweiten Ärmel fertig stricken
- dann mit dem Körper weiterarbeiten

weil ich meist Selbstgesponnenes verstricke, habe ich
oft nur eine begrenzte Menge zur Verfügung, 
die sich nicht beliebig neu beschaffen lässt.
da bin ich gerne auf der sicheren Seite,
habe die Ärmel in der richtigen Länge und ein Gutteil des Körpers fertig
und kann ggf. unten am Rand oder eben am Kragen
dann mit einem anderen Material weitermachen

für die Ärmel selbst, die erforderlichen Abnahmen etc.
muss ein wenig gerechnet werden,
damit geht es gleich weiter...

liebe Grüße - Anke

Montag, 20. Oktober 2014

Die neue Strickjacke

da habe ich mich nicht beherrschen können...
trotzdem sich die angefangenen Strickstücke häufen
und ich ab und zu auch gerne mal was fertig hätte
aber diese Versuchung war einfach zu groß


das Garn, ebenfalls selbst gesponnen, ist deutlich kuscheliger
als das der beerenfarbenen Jacke und mit einer Lauflänge 
von etwa 300m/100g auch etwas dicker.

der Plan war eigentlich, mit dickeren Nadeln 
und einer deswegen ja anderen Maschenprobe
eine Alternative zu der beerenfarbenen Jacke anbieten zu können

aber wie immer kam alles ganz anders ...
nach einigen Versuchen entschied ich mich für ein Probestrickstück,
griffig, kuschelig, wintertauglich, stabiler, "jackiger" als das Vorbild

was soll ich sagen!???
bei genauem Hinsehen:
die gleiche Nadelstärke - die gleiche Maschenprobe

hmmm - aber das bleibt jetzt so
denn der Beginn gefällt mir einfach supergut
so werde ich selbst zu meinem ersten Teststricker - auch recht ...


dieses erste Stück ist genau nach Anleitung 
mit den gleichen Maschenzahlen gearbeitet

allerdings - 
bis zur Achsellinie ist noch ein ganzes Stück hin
und ich bin immer noch beruflich ziemlich eingespannt

also werde ich mich redlich bemühen, euch nicht allzu lange 
auf die nächste Etappe meiner Jackengeschichte warten zu lassen

versprochen!

Liebe Grüße - Anke

Sonntag, 5. Oktober 2014

DIE Strickjacke-jetzt kommt endlich Aktion

So, jetzt soll es aber tatsächlich mal los gehen mit DER Jacke:

Ich habe mit einem beidseitigen Maschenanschlag begonnen, weil ich genau das tat,
aber keine Angst - man kann sicher auch ganz normal anschlagen
und später für den Kragen neu aufnehmen.
Ach so, ja, gestrickt ist die Jacke übrigens mit Nadelstärke 3,5 mm

Für den Halsausschnitt habe ich je 89 Maschen
als magic cast on (klick drauf) angeschlagen,
die eine Seite stillgelegt (die brauche ich später für den Kragen),
die andere Seite wie folgt verteilt und die erste Reihe gestrickt:

1 RandM, 1 M li ( linkes Vorderteil)
Maschenmarkierer

1 M re, 1 M li, 1 M re (Raglan links vorne)
1 M li, 9 M re, 1 M li (linker Ärmel)
Maschenmarkierer

1 M re, 1 M li, 1 M re (Raglan links hinten)
51 M im Muster *1 M li, 9 M re* (Rückenteil)
Maschenmarkierer

1 M re, 1 M li, 1 M re (Raglan rechts hinten)
1 M li, 9 M re, 1 M li (rechter Ärmel)
Maschenmarkierer

1 M re, 1 M li, 1 M re (Raglan rechts vorne)
1 M li, 1 RandM (rechtes Vorderteil)

in der Rückreihe die Maschen stricken, wie sie im Muster erscheinen


ab hier wird in jeder Hinreihe beidseits der Raglanlinie je eine Masche zugenommen

Die Zunahmen arbeite ich gerne als kfb (knit front and back),
dass heißt, dass die Masche der vorigen Reihe
nach dem Stricken einer neuen Masche
nicht von der linken Nadel fallen gelassen, sondern
durch das "hintere" Beinchen noch ein zweites Mal (verschränkt) abgestrickt wird.
Es ergeben sich auf diese Weise weder Löcher im Gestrick noch zieht es sich
zu sehr zusammen, wie es häufig bei Zunahmen aus dem Querfaden der Fall ist.

Bei kfb-Zunahmen innerhalb eines rechts-links-Musters
 kann es natürlich passieren, dass entweder die Ausgangsmasche
oder eine der entstehenden Maschen links gestrickt werden muss.
Ich persönlich als erfahrene Strickerin habe kein Problem damit,
mir alles passend so hinzutüddeln, im Zweifel ist es aber
genau so wenig ein Problem, einfach alles rechts zuzunehmen
und erst in der nächsten Reihe im Musterverlauf fortzufahren.

So, nun die 3. Reihe:

1 RandM, 1 M li kfb (da haben wir nämlich genau das Problem)
Maschenmarkierer

1 M re, 1 M li, 1 M re kfb (Raglan links vorne)
1 M li, 9 M re, 1 M li kfb
Maschenmarkierer

1 M re, 1 M li, 1 M re kfb (Raglan links hinten)
Rückenteil im Muster, letzte Masche li kfb
Maschenmarkierer

1 M re, 1 M li, 1M re kfb (Raglan rechts hinten)
1 M li, 9 M re, 1 M li kfb
Maschenmarkierer

1 M re, 1 M li, 1 M re kfb (Raglan rechts vorne)
1 M li, 1 RandM

in der Rückreihe die Maschen stricken, wie sie im Muster erscheinen


in der 5. Reihe kommen erstmals die Zunahmen am Ausschnitt dazu
weil sich aber eine Randmasche irgendwie blöde kfb abstricken lässt,
nehme ich hier aus dem Querfaden auf

1RandM, 1 Zunahme, 1M li, 1M re kfb
Maschenmarkierer

1 M re, 1 M li, 1M re kfb (Raglan links vorne)
1 M re, 1 M li, 9 M re, 1 M li, 1 M re kfb
Maschenmarkierer

1 M re, 1 M li, 1 M re kfb (Raglan links hinten)
Rückenteil im Muster, letzte Masche re kfb
Maschenmarkierer

1 M re, 1 M li, 1 M re kfb (Raglan rechts hinten)
1 M re, 1 M li, 9 M re, 1 M li, 1 M re kfb
Maschenmarkierer

1 M re, 1 M li, 1 M re kfb (Raglan rechts vorne)
1 M re, 1 M li kfb, 1 RandM

in der Rückreihe die Maschen stricken, wie sie im Muster erscheinen

ab hier sinngemäß die letzten 4 Reihen fortlaufend wiederholen
ist überhaupt nicht schwer:

in den Hinreihen
vor dem Maschenmarkierer und die dritte Masche danach kfb,

in jeder zweiten Hinreihe die Zunahmen am Ausschnitt

die Rückreihen, wie sie erscheinen

das Muster ist total eingängig und hilft sogar noch beim Zählen

Nach 20 Ausschnittzunahmen habe ich noch
5 mal in jeder 8. Reihe zugenommen, so dass ich
in etwa die Anzahl Maschen des Rückenteils erreicht habe.

So etwa in der gleichen Höhe (bzw. wenn die (schräge) Raglanlinie
bei mir etwa 30 bis 33cm Länge misst, bei Schlankeren wohl früher)
lohnt es sich auch (aller-)spätestens, einmal anzuprobieren.
Genau das ist ja der Vorteil des RVO, dass man andauernd probieren kann,
(vorausgesetzt, naja, dass das Material sich bei der Wäsche nicht allzu sehr verändert)
Viele, viele Seile einziehen (dafür nutze ich gerne noch mal die alten Alu-Prym),
so dass bei aller erforderlichen Bewegungsfreiheit nichts abrutschen kann,
und ab vor den Spiegel ...

Sitzt der Halsausschnitt, wie er soll?
Wo sind die Schultern?
Wo die Raglanlinie?
Gefällt mir das V des Ausschnittes?
Kann ich vielleicht schon unter den Achseln schließen?

Denn das wäre der nächste Schritt und der nächste Post
hier mache ich nämlich erst einmal Schluss
Ihr habt genug zu tun!

Liebe Grüße - Anke

DIE Strickjacke - RVO - Raglan von oben

- wer jetzt simpel MEINE Jacke nachstricken möchte
(OHNE eine Gewähr für Passform!!!),
kann getrost erst beim nächsten Post anfangen, denn hier
kommt vorweg eine Menge "Denke"

- wer aber auch in Zukunft viele, viele tolle Kleidungsstücke 
für "komische" Figur in passend selbst herstellen mag,
kommt um ein bisschen (wirklich nicht schlimm!)
Rechnen und ggf. Ausprobieren nicht herum

los geht's:

diese oder diese Grundanleitung für RVO kommen schon
zu ganz unterschiedlichen Verlaufslinien für die Raglanschräge
diese hier kommt in der ersten Reihe ganz ohne Ärmelmaschen aus
und sitzt trotzdem ganz super

Meine Erfahrung ist, dass die Raglanlinie, je weiter sie in
Richtung Busen rutscht, diesen stärker betont
(auch das kann ja gewollt sein),
bzw. je weiter sie an der Schulter verläuft,
für mich vorteilhafter ist.

Andererseits wird der Verlauf der Raglanlinie weitgehend bestimmt
von dem Verhältnis der Anzahl der Ärmelmaschen zu denen des Körpers.
Am Ende der Raglanlinie, dort wo Ärmel und Körper getrennt weiter gestrickt werden,
brauche ich für mich nämlich nicht die gleiche Anzahl Maschen auf den Nadeln!

Der Umfang des Oberarms beträgt mehr als 1/3,
aber deutlich weniger als 1/2 meines Körperumfangs.
Nun könnte ich natürlich überzählige Maschen irgendwo verschwinden lassen,
schöner wird es aber, wenn ich dieses Verhältnis gleich von Anfang an mit einplane.

Wenn ich also von gleichmäßigen Zunahmen entlang der Raglanlinie ausgehe,
(was dieses Verhältnis in Anzahl Maschen noch einmal verschiebt),
dann komme ich super klar, wenn die Anzahl Ärmelmaschen zu Beginn
sogar deutlich weniger als 1/4 der des Rückenteils beträgt

Natürlich könnte man auch erst weniger, später häufigere Zunahmen einbauen,
oder auch umgekehrt, also eine Art Kurve als Armkugel erzeugen,
ich könnte auch die Zunahmen nur noch an einer Seite der Raglanlinie machen
und damit entweder Arm- oder Körperseite stärker betonen,
mir sind aber gleichmäßige Zunahmen lieber
(weil übersichtlicher und mit weniger Zählarbeit zu stricken)

Naja, und auch die Raglanlinie selbst muss selbstverständlich
 in die Überlegungen mit einbezogen werden.
Soll sie sozusagen gar nicht vorhanden sein oder,
wenn doch, aus wie vielen Maschen bestehen?
Soll sie ein eigenes Muster (z.B. Zöpfchen) tragen
oder sich dem sonstigen Muster anpassen?

Wie sollen die Zunahmen aussehen?
Will ich eine luftige Lochmusterreihe, schön für Sommerpullies mit Lacemuster,
dann lassen sich die entsprechenden Umschläge vielleicht nett unterbringen
Wähle ich Zunahmen durch kfb (knit front and back), wie ich es bevorzuge,
dann erscheint "hinterrücks" plötzlich eine Masche zu viel in der Raglanlinie
Zunahmen aus dem Querfaden lassen durch das "Straffen" des Fadens keinen Platz
für eventuell entstehende Löcher und geben etwas mehr Fülle auf die Schultern

Als letztes muss ich dann noch die Ausschnittform festlegen
RVO werden grundsätzlich mit nur 1-2 Maschen je Vorderteil begonnen
und die weitere Form durch Zunahmen festgelegt.
Für einen runden Ausschnitt müssen nach einigen Reihen
die erforderlichen Maschen neu angeschlagen werden,
ein V-Ausschnitt kann durch die Anzahl Reihen je Zunahme
beliebig geformt werden, gerade oder mit Bogen
Für Pullies mag ich sehr gerne erst größere, dann enger werdende
Reihenabstände zwischen den Zunahmen, für Jacken umgekehrt



nach diesen Vorüberlegungen nun das Messen und Rechnen:

ich nehme ein Maßband und messe nach einem passenden Kleidungsstück
oder ggf. mit Hilfsperson oder vor dem Spiegel die gewünschte Halsausschnittweite.

Weil ich für meine Jacke einen V-Ausschnitt wünsche,
messe ich von der Mitte meines rechten Schlüsselbeins
hinten locker um den Hals herum
bis zur Mitte des linken Schlüsselbeins: 40 cm,
das wären nach Maschenprobe 100 Maschen für den Anfang

etwas weniger locker gemessen, weil ich mir überlege,
dass das Gewicht der fertigen Jacke diese ausleiern wird: 30 cm,
das wären 75 Maschen für den Anfang

irgendwo dazwischen wird mein Maschenanschlag liegen,
weil ich mir weiterhin überlege, dass das gewünschte Muster
etwas einziehen wird und ich ein wenig Spielraum ganz gerne mag
(übrigens, die fertige Jacke hat jetzt sogar eine gemessene
Halsausschnittweite von beinahe 50 cm, so what?)


ok, also noch einmal der Plan:
eine Jacke, nicht ganz glatt gestrickt
ein breites Rippenmuster wäre hübsch

Entscheidung Muster: *1  M links, 9 M rechts*
Entscheidung Raglanlinie: 1 M rechts, 1 M links, 1 M rechts
Entscheidung Raglanzunahmen: jede Hinreihe 8 Zunahmen
(jeweils beidseits der Raglanlinien)
Entscheidung Art der Zunahmen:  kfb
Entscheidung Ausschnittzunahmen: erstmal je 1 in jeder 2. Hinreihe

ich fange also nach Maschenprobe, RVO-Rechner und Erfahrung mit
75 M <  Maschen gesamt < 100 M  an und mache meine Einteilung

ein paar Maschen hier weniger und dort vielleicht dafür mehr,
damit das gewünschte Muster (1 M li, 9 M re) sich hübsch verteilt 
und dann ist dieses die zunächst letzte wichtige Entscheidung:

2 M vorne          2 M vorne
3 M Raglan    >           <    3 M Raglan
11 M Ärmel                                        11 M Ärmel
3 M Raglan   >            <    3 M Raglan
51 M Rücken

Wie sich das Alles dann rein praktisch auflöst,
habe ich jetzt und hier einmal abgetrennt,
oje, ist ja tatsächlich schon sooooo lang geworden !!!

Bis nachher dann!
Liebe Grüße - Anke

Diese und genau DIESE Strickjacke ...

habe ich als (naja, erstmal so ungefähr ...) Anleitung versprochen
Ich brauch ja ei-gent-lich nur aufschreiben, wie ich sie gemacht habe,
so hieß es gemeinschaftlich, man werde dann gegentesten




o-keee-eee
irgendwie ein guter Grund, hier mal wieder aufzumachen
das ganze Gequatsche über das Zwischendurch 
kommt dann irgendwann später, vielleicht ...

jetzt muss ich mich 'ranhalten
bis Mittag soll der Anfang im Netz sein, so habe ich versprochen, 
(oje, was hab' ich getan???)

man wähle eine hübsche Faser, spinne, verzwirne, wasche ...
(okay, dieser Teil kann ggf. entfallen und durch "kaufe" ersetzt werden)

ich hatte dann ein Garn etwa in Sockenwollstärke, ca 500g
und ein weiteres, farblich passend, wenig dicker, ca 200g

eine Maschenprobe von 25 Maschen x 36 Reihen auf 10x10 cm,
glatt rechts gestrickt mit Nadelstärke 3,5 mm

eine avisierte Kleidergröße von 48/50 etwa, busenbetont,

eine vielfach erprobte und mehrfach angepasste RVO-Anleitung
(dazu später mehr)

und fing erstmal blauäugig, naiv, creativ, testend irgendwie an
alles weitere ergab sich und wird hier beschrieben werden

so, Leute, es ist zwölf, zum Mittag bis hierher erstmal genug
den nächsten Teil gibt's heute noch, aber später!

kommt ihr erst einmal heile wieder nach Hause
viel Spaß wünsch' ich noch!
Liebe Grüße - Anke

Sonntag, 8. Dezember 2013

Nikolaus 1+2

ich habe mal wieder einiges Geselbertes ausgelegt,
eine gute Gelegenheit, auch gleich hier zu verewigen, so:


zusätzlich zu (üblicher) Schoki und Handyguthaben
gab es für zwei meiner Tweens (Twens und Teens)
einen Cowl in Lieblingsfarben, jeweils aus einem Knäuel Zauberball
"kleiner Fuchs" links und "der Lenz ist da" daneben
vor allem in die crazy Zauberbälle bin ich echt verliebt
wunderbare Farbverläufe!

die Anleitung für diese Cowls heißt bezeichnenderweise
ich habe schon einige ihrer Anleitungen nachgestrickt
und war immer schwer begeistert!

dieses schöne plastische Muster geht recht leicht von der Hand,
wenn man EINE Kleinigkeit beachtet:
man muss mit der Arbeitsnadel durch drei Maschen hindurch
drei neue Maschen aufstricken


wahnsinnig machend bis unmöglich, 
wenn man nicht sehr locker strickt 

oder

über ein Nadelsystem verfügt und mit Trick arbeiten kann:
Arbeitsnadel Stärke 5, "Vorratsnadel" Stärke 3 anschrauben,
dann klappt's auch mit dem Muster!

und schau mal, da habe ich noch so ein ungleiches Paar!
liebe Grüße - Anke

Donnerstag, 21. November 2013

Fransenzeug und Perlenkram

immer wieder hatte ich im Frühjahr erwähnt,
dass ich keine Lust/Konzentration/Nerven/Spass
(streiche bitte wahlweise (nicht) zutreffendes)
auf irgendwieauchimmerwelches Musterstricken hatte

statt dessen Resteverwertung von Effektgarnen
hier ausgebreitet auf der Bank vor unserer Haustür ...


7 Fusselschals und der dunkelgraue
wurden dann zwischen mir und den hiesigen Tweens aufgeteilt

jeder Schal mit einer Masche begonnen und dann in jeder Reihe 
am Anfang und am Ende je eine Masche dazugestrickt


natürlich hat jeder Schal auch wieder sein Schutzengelchen bekommen
dieser Beiden konnte ich gerade noch so habhaft werden
die Anderen haben offenbar einen Job zu tun ...

Liebe Grüße - Anke

Freitag, 15. November 2013

Mööö ...., ist der schön geworden!

nicht von mir selbst genadelt, das kann ich leider nicht behaupten:


ein wunderbarer Schal, ca 30 x 180cm, ganz moderat aufgespannt
gerade nur genug, um das Lacemuster schön heraus zu bringen
und so kam für diese verantworungsvolle Tätigkeit
einer meiner Spinnstränge vorübergehend wieder in meine Hände zurück

denn ...

die Einladung im Sommer bei einer neuen Bekanntschaft
- was bringt man da nur mit?


ein frisch vom Rad gehüpfter Strang
sachte Erkundigungen beim Sohn der Gastgeberin
(der wiederum geht bei uns häufiger ein und aus ...)
ergaben nämlich durchaus wollaffine und farblich passende Vorlieben


der Farbverlauf lässt sich hier (auf der Zwirnspule) 
wie immer besser erahnen als im Strang
zweifädig gezwirnt aus dem Knäuel, übrigens


auch ein Foto von der Spinnspule gibt es noch,
allerdings konnte ich keines mehr vom Kammzug finden, tse ...

den Kammzug hatte ich letztes Jahr mit einigen Kameraden
zum Hoffest bei Dornröschen-Wolle gekauft
und er ließ sich ganz wunderbar verspinnen

die weitere Geschichte will ich aber auch noch erzählen:
die neue Freundin überlegt sehr lange und gründlich
- ich stricke zur Zeit doch nur immer Puschen, 
dieser Strang ist viiiiieeeeel zu schade dafür!
- wird ein Gestrick denn überhaupt z.B. halstauglich sein?
- probetragen des Stranges für ein paar Stunden, naja, geht ....
(hihi, das hätte ich ja zu gerne gesehen ...)
- Auswahl eines edel-feinen Lacemusters und
- hindurchkämpfen durch dasselbe

nur eben das Aufspannen zum Schluss hat sie sich nicht selbst getraut
(da habe ich vielleicht zu viel über ein verfehltes Projekt geflucht,
da muss ich echt ein wenig Asche auf mein Haupt streuen)

hach, der ganze Ablauf erinnert mich doch allzu sehr
an meine eigenen allerersten Lace-Schrittchen
damals war ein erster geschenkt bekommener
handgefärbter Strang Wolle von Mimy der Grund
für mein erstes Spitzen-Schultertuch!

angefixt? Begeisterung weitergegeben?
tschakka!

liebe Grüße - Anke

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Die Kamera ist wieder da !!!

und nein, sie war natürlich NICHT in den letzten Kisten,
die wir mit Putzlappen und Handtüchern bei der Haushaltsauflösung
hinausgeschleppt und in unser Haus getragen haben

dann wäre sie längst auch schon wieder aufgetaucht

wir hatten sie ja zur Dokumentation des Übergabezustands
im Frühjahr zuletzt benutzt und dann war sie weg ...
(und der Weg vom Handy auf den Rechner mit blöden Schikanen gespickt)

sie war auch nicht hinter irgendwelchen Schranktüren
in der Wohnung geblieben (eine Möglichkeit, 
die ich dem Manne wiederholt unterstellt hatte)
zum Glück bin ich nicht tatsächlich bei der Nachmieterin vorstellig geworden ....

sie war ...
bei den Kuscheltieren und Bärchen, die zuvor auf dem Sofa saßen
eine große luftige Einkaufstüte, die eigentlich als eine der ersten hier 
oben auf dem Gästebett und allen eingelagerten Matratzen abgelegt wurde

die davor gestapelten Kisten haben eine Inspektion bisher verhindert
und die lieben Kleinen wusste ich ja gut eingepackt und aufgehoben

tse ...
will heißen: das Chaos hier lichtet sich langsam
der Großteil des Nachlasses ist gesichtet, sortiert, verteilt, 
auf den Flohmarkt getragen, in den Müll gegeben
verabschiedet oder übernommen

bald habe ich auch wieder Platz, mein ureigenes, 
wolliges, faseriges, farbiges Chaos auszubreiten !!!
yipieyeahhhh!

das aktuelle Projekt:
ein ganz einfacher RVO (Raglan von oben) - Pulli
nach dieser oder dieser (oder gemittelter) Anleitung


der Ausschnitt ist in Form und Größe genau, wie ich es mag
(kommt ja noch ein Kragen rein ...)


die Raglannähte sitzen mit ausreichend Abstand zur Oberweite
und die Ärmelnähte meines aktuellen Lieblings-Schlunz-Shirts
laufen passgenau auf die gleiche Linie hinaus

das Garn (Hot Socks Spectra von Gründl) ist so wunderbar fluffig weich,
obwohl es eigentlich ein Sockengarn ist, ich bin mir da noch nicht so sicher,
dass es weder filzen noch pillen wird

ob ich am Schluss diese Streifen noch leiden mag,
weiß ich allerdings noch nicht so genau, mal abwarten ...

seit Ewigkeiten habe ich keine Kleidung mehr gestrickt
ich würde sehr gerne auch das eine oder andere meiner
selbst versponnenen Garne zum Hineinkuscheln verstricken
und so nehme ich dieses hier mal als Testprojekt
bezüglich Größe, Garnmenge, benötigte Lauflänge etc.

(übrigens auch keine in Größe 50) und alle Angaben werden schon stimmen,
im Zweifelsfall wird es an den falschen Stellen labberig und an den anderen zu eng,
das empfohlene Garn ist mir zu teuer oder überhaupt nicht zu bekommen,
und sowieso IMMER zu kurz!

und da ich Anleitungen mag "bis Garn alle", ist ein RVO also ideal für mich,
 Muster, Rippen, Ajour, das kommt alles dann später!

jetzt geh ich erst mal weitere Fotos knipsen
liebe Grüße - Anke

Sonntag, 1. September 2013

Herzlich Willkommen zurück!

und ein ebenso herzliches Dankeschön
an alle, die mich offenbar beobachtet haben,
abgewartet haben und sich mit Kommentaren und Mails
nach meinem Befinden erkundigt oder jetzt so erfreut gezeigt haben !!!

Danke

es tut so sehr gut

ich hatte jetzt im Urlaub Gelegenheit, einiges abzuarbeiten,
zu lesen, schlafen, putzen, Neues anzufangen,
Handarbeitsprojekte abzuschließen, einfach faul zu lenzen
leider ist er schon vorbei

an einigen Gedankengängen möchte ich euch 
aber auch gerne teil haben lassen:

ich habe mich in letzter Zeit viel mit Resilienz beschäftigt,
der Fähigkeit, nach Rückschlägen wieder aufzustehen,
Krisen und Probleme als Herausforderung freudig anzunehmen,
kopfüber abzutauchen und die flexible, die quergedachte Lösung zu finden

ich hatte angenommen, ich sei schon sehr gut darin

nun gab es dieses Jahr Phasen, da fühlte ich mich regelrecht 
abgestraft für den Hochmut derartiger Selbstübereinschätzung,
für den Übermut, mich im vergangenen Jahr beruflich einzulassen
auf jahrzehntelange Entwicklung, die an mir vorbei gegangen war,
und nun stand ich da mit diesen Schicksalsschlägen
und hatte einfach keinerlei Kapazitäten mehr frei ...

ein Aspekt von Resilienz sei z.B. Selbstwirksamkeit, habe ich jetzt gelesen,
das Gefühl, man selbst übe eine Wirkung auf seine Umgebung aus,
sei nicht einfach ausgeliefert
heißt es im Kapitel "Stricken beruhigt": "Das Ergebnis meines Strickens
ist immer etwas Freundliches, Warmes, Schönes. Etwas, das die Welt,
wenn auch nur in einem mikrokleinen Teil, ein bisschen besser macht ...
[es] gibt mir das Gefühl zurück, dass ich doch etwas tun kann ...
und dann geht es mir besser."

ich wünsche an dieser Stelle KEINE Kommentare zur Auswahl meiner Lektüre!
und genau diese Querverbindung zwischen völlig verschiedenen Themen
war doch immer, was meine Denke ausgemacht hat!

so, und nun noch das Bild zu diesen klugen Gedanken:


richtig, dieser Revontuli war hier schon mal Thema
das erste Knäuel war schnell verstrickt - aber:
mit zunehmender Maschenanzahl in den Reihen werden 
die farbigen Streifen immer schmaler, so dass ich danach dazu wechselte,
die verbliebenen zwei Knäuel praktisch gleichzeitig zu verwenden

Problem:
- 1. Reihe, 1. Knäuel, Hinreihe, Muster stricken wie gehabt, kein Problem
- 2. Reihe, 2. Knäuel, Hinreihe, aber im RÜCKREIHE - Muster, 
hier lauter rechte Maschen, auch noch kein echtes Problem

- 3. Reihe, 1. Knäuel, 
RÜCKREIHE
LINKE MASCHEN
ABER IM HINREIHE - MUSTER
ZU- UND ABNAHMEN IN LINKEN MASCHEN 
!!!
*KREISCH*

- 4. Reihe, 2. Knäuel, eine normale (linke) Rückreihe, geht wieder
diese 4 Reihen fortlaufend wiederholen ...

und so wurde dieses schöne Werk kurzerhand im Frühjahr von diversen 
Mindless - Knitting - Projekten aus der Arbeitsliste geschossen
wie oben beschrieben, keinerlei Kapazitäten frei

auf dem Bild kann man aber doch deutlich erkennen, 
wie schon wieder mehrere breitere Streifen entstanden sind
ich bin also auf dem Weg und werde berichten!

Liebe Grüße dann - Anke
(und bedenkt: ich gehe ab Morgen auch leider wieder zur Arbeit)

Mittwoch, 28. August 2013

Stricken mit Baumstämmen

 durchaus eine sehr ungewohnte Handhabung ...
Nadelstärke 20 !!!


das Tochterkind hatte sich (schon Jahre(?) her)
einen Strang Wolle ausgesucht und um einen Schal gebettelt
kam mir jetzt beim Aufräumen wieder in die Finger
und war auf Nachfrage leider immer noch gewünscht

die vorhandenen größten Nadeln Stärke 12 
leider völlig ungeeignet, die schlimmsten Befürchtungen bestätigt,
also auf Beutezug in der Stadt das dickste Paar Nadeln ergattert,
das irgendwie zu bekommen war

Strickweise (einfach kraus rechts) und Form des Schals
(mein einfaches ungleiches Dreieck, stricken bis Garn alle)
abgesprochen und mich an die leidige Arbeit gemacht

ich kann ja stundenlang die kompliziertesten Muster
Zöpfe, Strickspitze, Socken, mehrfarbige Einstrickmuster, alles stricken
aber mit diesen Nadeln ging mir nach 20 Minuten 
jeweils einfach die Kraft in den Fingern aus ...

also Tag für Tag ein kleines Stückchen 
und zum Schluss das Tochterkind glücklich gemacht


jetzt schmiegt sich dieses Teil durch die lockere Verarbeitung
ganz kuschelig und weich und trotzdem wärmend um den Hals

dieses letzte Foto trifft die Farbe am ehesten:


ich würde dieses Garn ja als Spinnanfänger - typische
schwangere Regenwürmer mit Knubbeln in Fingerstärke bezeichnen

ich selbst habe sowas natürlich aber niemals produziert
für mein erstes geselbertes Spinngarn hat Stärke 10 gereicht!
für dieses Zeug hier habe ich sogar damals noch Geld ausgegeben
was tut man nicht alles für den Nachwuchs ...

Liebe Grüße - Anke